Digitale Medienwelt: Risiken, aber auch Chancen

Ein Schwerpunkt des Bildungsangebotes der Kindervilla ist zentral und charakteristisch: Sprachkompetenz und frühe Mehrsprachigkeit. Sprache als spezifisch menschliches Kommunikationsmittel steht nicht isoliert, sondern stellvertretend für Kommunikation an sich. Daher umfassen unsere Bildungsziele selbstverständlich den Umgang mit Medien. Sie vermitteln Unterhaltung und Information.

Immer früher erleben Kinder den Konsum von Medien und nutzen sie selbst.
Das stellt die Frage und Herausforderung an Eltern und Erziehende, ab wann Kinder an Medien herangeführt werden, bis wann sie aber auch noch gar keinen Zugang zu Medien haben sollten.

Aus der Sicht pädagogischer Sinnhaftigkeit ist die Nutzung des Fernsehens und anderer Medien vor dem vollendeten zweiten Lebensjahr grundsätzlich zu verneinen. Auch danach ist die Dauer der Mediennutzung bis zum Alter von fünf Jahren auf eine halbe Stunde täglich zu beschränken.

Nicht geeignet sind Handy, Fernsehapparat und Computer als Babysitter oder, um Kinder ruhigzustellen, so verständlich und nachvollziehbar die Versuchung ist, sie gerade momentan, während man selbst im Homeoffice arbeiten muss, zu diesen Zwecken einzusetzen.

Kinder erleben, noch ehe sie selbst mit Medien umgehen, eine Allgegenwart besonders des Mobiltelefons und damit längst auch des Internets. Dies verlangt es den Eltern ab, zu Hause und unterwegs einer Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Räume und Zeiten der Medienruhe und Medienfreiheit sind anzulegen. Letzteres in dem doppelten Sinne der Freiheit für und von Mediennutzung.

Hierher gehört es, zum Beispiel gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen, ohne nebenbei SMS- oder andere Messanger-Dienste zu verwenden oder fernzusehen. Möglich hingegen ist es, untermalt von Musik gemeinsam zu essen.

Überhaupt ist die gezielte Trennung visueller und akustischer Medien ein Instrument zur Medienerziehung und zum Erwerb von altersgerechter Medienkompetenz. Achtsam einem Musikstück zu horchen, will erlernt und erlebt werden.

Zu vermeiden sind also pausenlose Medienpräsenz, Berieselung und Reizüberflutung.
Dann können Kinder, bildlich gesprochen, bedachtsam an den Bildschirm herangeführt werden.
Sie ängstlich davon abzuschirmen, wäre in einer Welt der Medien nicht sinnvoll. Doch müssen sie dabei begleitet werden und auch abseits der Medien Anregung zu schöpferischem Spiel und zu kreativer Beschäftigung erhalten.

Unter dieser Voraussetzung wird Medienkompetenz Teil der Kompetenz zu Kommunikation und Information, und Medien können die Brückenfunktion ausüben, in der sie die natürliche Neugierde und Entdeckerlust des Kindes gegenüber der Welt schrittweise und wohldosiert unterstützen, statt sie zu überstürzen und die Phantasie des Kindes auf eine virtuelle Welt einzugrenzen oder sie in ihr abzuschließen.

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